Kategorie: Publikation

Interview

Das wichtigste Werkzeug für die Recherche. Was im Interview erfragt wurde, kann in Nachricht oder Feature verwendet werden. Es kann aber auch eine eigene Darstellungsform sein, die wegen ihrer (vermeintlichen) Authentizität und „Nähe“ sehr attraktiv ist.

Es gibt drei Arten des Interviews: Das Interview zur Sache, das Fakten vermittelt, das Meinungsinterview, das eine Person nach ihrem Urteil befragt, und das Interview zur Person, das diese durch ihre Antworten porträtiert. Allein das Live-Interview in Hörfunk und Fernsehen ist wirklich authentisch. Beim gedruckten Interview wird eine Menge geändert, gekürzt, umgestellt. Daher wird die Endfassung in aller Regel vom Interviewpartner „autorisiert“.

Dokumentation

Die umfangreichste Form, weil sie ein Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet. Sie nutzt Interviews, Archivmaterial, Originalaufnahmen. Man unterscheidet „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen, „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten, und „zeitgeschichtliche Dokumentationen“ mit Zeitzeugen.

Kommentar

Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem Sachverhalt, über den auch berichtet wird. Ein Kommentar benötigt zwingend einen sachlichen Bericht, auf den er sich beziehen kann. Der Kommentare möchte zum Nachdenken anregen, Handeln und Verhalten beeinflussen. Zwei verschiedene Arten gibt es: den abwägenden und den meinungsbezogenen. Im abwägenden Kommentar vergleicht der Autor verschiedene Argumente für und wider den Sachverhalt, ohne sich auf eine Position festzulegen. Ein meinungsbetonter Kommentar enthält drei bis fünf Argumente des Autors, mit denen die eigene Meinung begründet wird.

Kolumne

Ein Meinungsartikel eines einzelnen, oft sehr bekannten Publizisten. Die Zeitungen und Zeitschriften machen meist durch einen Hinweis deutlich, dass sie sich mit dem Inhalt der Kolumne nicht identifizieren, sondern dem Autor gleichsam nur den Raum für seine Veröffentlichung zur Verfügung stellen.

Die eigene Zeitschrift

Eine eigene Zeitschrift ist eine gute Visitenkarte. Sie ist ein Werbemittel der Organisation nach außen und fördert die Identifikation der Mitarbeiter und Mitglieder nach innen.

Redaktion

Man benötigt zwingend ein Publikationskonzept und eine qualifizierte „Redaktion“. Folgende Fragen muss man vorab klären:

  • Welche Ziele verfolgen wir mit einer Publikation?
  • Welche Inhalte haben wir dafür?
  • Welche Leserinnen und Leser (Zielgruppen) können/möchten wir damit erreichen?

Ziel einer Publikation kann etwa Werbung für die eigene Organisation sein. Folglich sollten Inhalte, Layout und die „Ansprache“ der Leser bunt, fröhlich, bildlastig und „menschelnd“ sein. Möchte man eher Fachthemen behandeln, liegt der Schwerpunkt auf dem Text und ihn illustrierende Info-Grafiken. Soll die Publikation eher nach innen gerichtet sein und Tagebuch oder Chronik-Charakter haben, muss man Themen und Bilder finden, die Abwechslung bringen.

Redaktionsplan

Eine gute Publikation folgt einem inneren Rhythmus, einer „Dramaturgie“. Die einfachste ist die Ressortabfolge der Zeitungen und Zeitschriften von der Politik, Ausland und Inland, zu Wirtschaft, Kultur, Lokalem und Sport. Solche „Ressorts“ sollte man auch für eine Kunden- oder Vereinszeitschrift finden, etwa: Wir über uns, Wichtiges in diesem Jahr, Wünsche und Grüße…

Meist beginnt eine Publikation mit einem „Editorial“, dem Vorwort der Herausgeber. Darin kann man das Thema der Publikation und eventuelle Hintergründe erläutern und auf einzelne Berichte im Heft hinweisen.
Das Top-Thema kommt meist nicht sofort, sondern wird mit kleineren aktuellen Meldungen „vorbereitet“.
Zum großen Aufmacherthema sollte man auch zwei, drei bedeutende weitere Themen „fahren“, damit die Publikation nicht zu „dünn“ wirkt. Auf jeder Seite sollte zudem mindestens ein Foto stehen, und auch Info-Grafiken und Info-Kästen einbauen.

Fotos

„Wir brauchen nicht mehr Fotos, wir brauchen bessere Fotos“: Solche Sätze sagen Chefredakteure und Zeitungsdesigner gerne. Und es stimmt: Oft reicht ein einziges gutes Foto, um eine ganze Geschichte zu illustrieren. Zufällige Schnappschüsse sind in aller Regel keine guten Fotos.

Publikationen des 21. Jahrhunderts leben von visuellen Elementen. In der Vergangenheit wurde und bei wenig modernen Redaktionen heute noch wird Fotos kein großer Stellenwert eingeräumt, weil es ja „auf den Text“ ankomme. Entsprechend stiefmütterlich wurden und werden Fotografen bezahlt und Fotos inszeniert. Daher: Gute Fotografinnen und Fotografen mit einem Händchen für Inszenierungen „einkaufen“ – gute Fotos zahlen sich aus.

Bildrechte

Das Recht am eigenen Bild ist ein wichtiges und teures Recht. Fotos von Personen dürfen nur dann veröffentlicht werden, wenn die Personen – bei Kindern die Erziehungsberechtigten – einverstanden sind.

Ausnahmen sind Fotos von „öffentlichen“ Personen wie Politiker oder „Stars“ und wenn sich jemand in einer Gruppe befindet. Allerdings ist die Zahl „7“, die durch die PR-Handbücher gistert, rechtlich nicht bindend. Das heißt, auch Gruppen mit mehr als sieben Personen dürfen nicht ohne deren Einverständnis fotografiert werden.

Gruppenfotos

Schlechte Zeitungen lieben Gruppenfotos. Jeder Leser soll sich einmal im Jahr in der Zeitung sehen können, so die (dürftige) Erklärung dafür. Es gibt aber nichts langweiligeres als Gruppenfotos – wenn es nicht zwingend sein muss, bitte darauf verzichten.

Lieber „Actionfotos“, auf denen etwas passiert. Alte Regel: Kein Foto ohne Menschen. Fotos von wissenschaftlichen Versuchsanordnungen sind besser, wenn eine Laborantin mit Schutzbrille und weißem Laborkittel den Versuch „begutachtet“. Architekturfotos beginnen zu leben, wenn zufällig Passanten mit im Bild sind.

Das Impressum

Publikationen, die nicht rein privaten und familiären Charakter haben, müssen ein Impressum haben – das regeln die Landespressegesetze. Das Bundesjustizministerium hat dazu einen Leitfaden ins Netz gestellt.

Wikipedia schreibt:

Ein Impressum (lat. impressum „Hineingedrücktes“ bzw. „Aufgedrücktes“) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Herkunftsangabe in Publikationen, die Angaben über den Verlag, Autor, Herausgeber oder Redaktion enthält, vor allem um die presserechtlich für den Inhalt Verantwortlichen kenntlich zu machen. Oft werden auch zusätzliche Informationen wie Druckerei, Erscheinungsweise, Erscheinungsjahr und Erscheinungsort aufgeführt. […] Ein Impressum soll schnell zu finden und leicht zu erkennen sein.

 

Anbieterkennzeichnung

Das gilt auch für Internetseiten, hier spricht man aber eher von „Anbieterkennzeichnung“ oder auch „Kontakt“. Auch hierfür gibt es einen Leitfaden des Justizministeriums. Angegeben werden müssen Vor- und Zunamen ohne Abkürzungen und eine Adresse. Für rein private Websites benötigt man aber kein Impressum. Allerdings ist Vorsicht geboten: Abmahn-Anwälte durchkämmen gerne Webseiten und „kontrollieren“ das Impressum.