Das Social Media Release ist die ganz hohe Kunst der Social-Media-Pressearbeit, und vermutlich wird sie erst in ein paar Jahren der klassischen Pressemeldung den Rang ablaufen. Aber: Man kann sich ja mal ansehen, wie PR der Zukunft ausehen könnte. Die Idee hinter dem Social Media Release ist allerdings keine Zukunftsmusik, sondern eine handfeste Überlegung aus dem Hier und Jetzt. Und zwar:

Blogger mögen keine Pressemitteilungen.

Das liegt in der Natur der Sache: Wer bloggt, möchte selbst publizieren. Wer bloggt, möchte nur in wenigen Ausnahmefällen fremde Inhalte weiterverbreiten. Also „drucken“ Blogger keine fertigen Pressemitteilungen ab. Blogs sind keine Lokalzeitung, die froh und dankbar für gut geschriebene Pressetexte ist. Blogger möchten selber denken, selbst recherchieren, sich selbst eine Meinung zu einem Sachverhalt bilden. Und diese Meinung möchten sie mit den Leserinnen und Lesern diskutieren – im Blog ist alles im Fluss.
Blogs funktionieren also gänzlich anders als eine gedruckte Zeitung. Also sind auch die Bedürfnisse von Bloggern andere.

Das Social Media Release liefert Grundlagen

Das Social Media Release überlässt die Konzeption eines Textes den Bloggern. Ausformulieren, überarbeiten, ja: schreiben müssen sie ihren Text ebenfalls selbst. Das Social Media Release liefert aber die Substanzen für einen schönen Blogpost: Materialien, O-Töne, Stichwörter, Argumente, Links. Also das, worauf sich Blogger stützen können für ihren eigenen Text.

Authentischer und aufwändiger

Vorteil: Ein Social Media Release ist authentischer als eine gedrechselte und zehnmal abgestimmte Pressemitteilung: Es verzichtet auf alle Rhetorik und Interpetation, sondern sagt, was ist.
Nachteil: Eine Pressemitteilung ist schnell verfasst, ein Social Media Release bedeutet mehr Aufwand. Allerdings zahlt sich dieser Aufwand schnell aus, denn durch die höhere Athentizität und Glaubwürdigkeit eines „SMR“ ist auch die „Abdruckquote“ höher.


Harald Ille

Digital Enthusiast. Wordpress-Enthusiast. Und PR-Enthusiast. Aus Heidelberg.