Social Media für Centennials

Okay, ich kenne mich mit dem heißesten jugendlichen Social-Media-Speech-Shit, der in den Clubs der Upper East Side und den Kitas in Wanne-Eickel gesprochen wird, nicht aus. Ich bin über 40 und wohne in einem gutbürgerlichen Stadtviertel mit hohem Rentneranteil. Daher weiß ich nicht, ob das schöne Wort fabelhaft gerade wie wild trended auf Snapchat oder YouNow – oder „steil geht“, wie Leute meiner Alterskohorte sagen würden, wenn sie jugendlich klingen wollen. (Auf Jodel gibt’s das Wörtchen laut eigener Recherche jedenfalls nicht.) Gehen wir also kurz davon aus, dass fabelhaft ein Adjektiv ist, das gerade nicht als Vintage-Begriff in der Jugendsprache fröhliche Urständ‘ feiert.

Jedenfalls findet sich dieses Adjektiv in einer Stellenanzeige für einen sicher lustigen Social-Media-Job. Zweimal.

Sie verantworten eigenständig Projekte, die eine fabelhafte Online-Präsenz sichern z.B. in den Bereichen Customer Support, Employer Branding oder Influencer Relations

sowie

Sie sind fabelhaft, fast magisch und bringen Leute regelmäßig zum Lachen

Das ist eine formidable Annonce mit esprit, chapeau! Sie spricht Hundertjährige an. Denn so haben die damals gesprochen, als sie jung waren – meint zumindest das Online-Wörterbuch Wiktionary:

Herkunft:
Ableitung von Fabel mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -haft
[2] Jugendsprache zwischen etwa 1900 und 1930

Und damit klärt sich auch die Frage, an welche Altersgruppe sich die Stellenanzeige richtet, die mit „Senior“ betitelt ist – weniger an Millenials, ganz sicher an Centennials

„Pressekonferenzen sind Zeitverschwendung“

»Pressekonferenzen fast immer Zeitverschwendung« ist ein Fazit einer Untersuchung, die das Ecco-Netzwerk zusammen mit newsroom.de durchgeführt hat: »Der persönliche Kontakt zählt«.

Die klassischen Mittel der Öffentlichkeitsarbeit verlieren deutlich. Insbesondere Pressekonferenzen haben in den Augen der Journalisten an Bedeutung verloren (66,3%) oder sind gar gänzlich unbedeutend geworden (11,2%). An Bedeutung gewonnen oder extrem wichtig geworden sind dagegen Vier-Augen-Gespräche (77,0%) oder generell persönliche Kontakte (87,5%).

Das liegt auf der Hand: Niemand hat mehr Zeit. Eine Pressekonferenz dauert in der Regel zwischen 30 und 45 Minuten – und man muss noch hinfahren, einen Parkplatz suchen, eventuell regnet es und man hat keinen Schirm dabei… Um diesen Aufwand zu rechtfertigen, muss die PK Exklusives bieten, das anders nicht zu bekommen wäre: Informationen, Geschichten, Bilder und O-Töne. Der Tipp, den das Fachmagazin Pressesprecher gibt:

Maßschneiderei statt Konfektion ist ­gefragt. Das, was neudeutsch „Storytelling” genannt wird, muss auf die Bedürfnisse des jeweiligen Mediums oder Journalisten zugeschnitten werden. Hier ist die Zeit dann besser investiert als bei dem immer noch üblichen „Nachtelefonieren” von Pressemitteilungen.

Bedeutung Informationsquellen

Apropos Pressemitteilungen: Auch deren Wertigkeit ist in den Augen von knapp 45 Prozent aller Befragten stark gesunken. Sie sind eben „Konfektionsware“ und nicht exklusiv – das liegt in der Natur der Sache.

How to write good

Diese 24 Regeln zum richtigen Formulieren wabern gerade durchs Netz, sind aber schon gut 20 Jahre alt. Und immer noch taufrisch! (Quelle: Frank L. Visco, Writers‘ digest, Juni 1986, alle BING-Suchergebnisse hier.).

https://sway.com/rNeHjpeE0kLHq54j

  1. Avoid Alliteration. Always.
    Am Anfang alles anders.
  2. Prepositions are not words to end sentences with.
    Dass ein Satz nicht mit „dass“ anfängt, versteht sich von selbst.
  3. Avoid clichés like the plague. (They’’re old hat.)
    Meiden Sie Phrasen wie die Pest. (Wenngleich der Tipp ein alter Hut ist.)
  4. Employ the vernacular.
    Schwätzen Sie Mundart.
  5. Eschew ampersands & abbreviations, etc.
    Vermeiden Sie das Kaufmännische Und & Abkürzungen, usw.
  6. Parenthetical remarks (however relevant) are unnecessary.
    Texte in Klammern (falls überhaupt relevant) sind unnötig.
  7. Contractions aren’’t necessary.
    ‚N Apostroph is‘ echt nich‘ nötig.
  8. Foreign words and phrases are not apropos.
    Xenismen und unterkomplexe fremdsprachliche Wendungen nicht prioritär verwenden.
  9. One should never generalize.
    Verallgemeinern Sie im Allgemeinen nie!
  10. Eliminate quotations. As Ralph Waldo Emerson once said, “I hate quotations. Tell me what you know.”
    Streichen Sie Zitate. Ralph Waldo Emerson hat einmal gesagt: „Ich hasse Zitate.“
  11. Comparisons are as bad as clichés.
    Vergleiche sind genauso schlecht wie Phrasen.
  12. Don’’t be redundant; don’’t use more words than necessary; it’s highly superfluous.
    Wiederholen Sie sich nicht, verwenden Sie nicht mehr Wörter als erforderlich. Redundanzen sind hochgradig überflüssig.
  13. Profanity sucks.
    Umgangssprache ist uncool.
  14. Be more or less specific.
    Seien Sie mehr oder weniger exakt.
  15. Understatement is always best.
    Am allerbesten sind Untertreibungen.
  16. Exaggeration is a billion times worse than understatement.
    Eine Übertreibung ist milliardenfach schlechter als ein Understatement.
  17. One word sentences? Eliminate.
    Ein-Wort-Sätze? Streichen.
  18. Analogies in writing are like feathers on a snake.
    Analogien beim Schreiben sind wie Federn bei Schlangen.
  19. The passive voice is to be avoided.
    Es dient zur Kenntnis, dass Passiv unterlassen werden soll.
  20. Go around the barn at high noon to avoid colloquialisms.
    Es ist doch klar wie Kloßbrühe, dass man Umgangssprache meidet.
  21. Even if a mixed metaphor sings, it should be derailed.
    Auch wenn Metaphern anschaulich sind, sollten sie aus dem Rennen geworfen werden.
  22. Who needs rhetorical questions?
    Wer braucht rhetorische Fragen?
  23. Abjure polysyllabic obfuscations.
    Vielsilbigen Vernebelungsphrasen künftig bitte entsagen.
  24. Finally, chech for pselling errors and typeos.
    Schlie&szkig;lich, prüfe auf Tippfelher.

Adjektive sind wie Schnaken

„I notice that you use plain, simple language, short words and brief sentences. That is the way to write English – it is the modern way and the best way. Stick to it; don’t let fluff and flowers and verbosity creep in. When you catch an adjective, kill it. No, I don’t mean utterly, but kill most of them – then the rest will be valuable. They weaken when they are close together. They give strength when they are wide apart. An adjective habit, or a wordy, diffuse, flowery habit, once fastened upon a person, is as hard to get rid of as any other vice.“

 

Mark Twain

Schriftsteller und Journalist, Brief an David Watt Bowser, 20. März 1880

Hyperventilierende Superlative

Superlative, also die Steigerung der Steigerung, sind in seriösem Journalismus verboten. Das Größte, Schönste, Tollste ist nur dann auch wirklich das Schöne, Wahre, Gute, wenn es ganz alleine oben an der Spitze steht. Wenn es also seinen eigenen Superlativ rechtfertigt.

Seriöse Texte in seriösen Zeitungen sind natürlicherweise keine Fundgruben atemberaubender Übertreibungen und wirken daher auf den ersten Blick ein wenig dröge. Dass die Bild-Zeitung in nicht nur dieser Frage einen etwas mutigeren journalistischen Kurs fährt, verwundert nicht weiter – aber eine Frage stellt sich: Wenn Journalismus meist von Außergewöhnlichem und Besonderem berichtet und Spitzenleistungen im Sport, in der Kunst und auf der DAX-Tafel sucht – warum verbietet sich dann die grammatikalische Form, die diese Spitzenleistungen sprachlich würdigen kann? Warum keine Superlative?

Man kennt das ja aus der Nachbarschaft: Understatement, sich ein wenig zurücknehmen, nicht mit seiner Spitzenleistung zu prahlen macht sympathisch. Aufzutrumpfen und überheblich zu sein reduziert das Sympathiekonto. Was im menschlichen Umgang stimmt, ist auch bei Texten richtig: Sparsame Vokabeln, zurückhaltende Grammatik, unpompöser Satzbau machen unprätentiöse Texte zu guten Texten, die man gerne liest, weil sie sympathisch und „leicht“ wirken. Eine schwere Superlativ-Soße über den frischen Salat gegossen erdrückt die feinen Blättchen. Ein Superlativ, der nicht explizit ausgesprochen werden muss, sondern sich durch eine präzise Beschreibung von selbst ergibt, ist selbstverständlich eindrücklicher als eine großspurige, aber fragwürdige Behauptung.

Und die Mathematik spielt eine Rolle: Wenn es nur noch Superlative gibt, gibt es keine mehr. Sie nivellieren sich gegenseitig. Ein Text muss immer auch noch Luft nach oben haben für den einen echten, unzweifelhaft angemessenen Superlativ. Er muss als Solitär in der Ebene stehen wie der Kilimandscharo – um umso eindrücklicher seine Herausgehobenheit demonstrieren zu können.

Und schließlich ist es unser Überdruss an dieser megagehypten hypergeilen Ultimativsprache: Wir können viele dieser übertrieben überdrehten Sprachvolten nicht mehr hören, weil sie uns zu den Ohren herauskommen. Weil sie einen immensen Adjektiv-Verschleiß haben. Und wie wir von Mark Twain ja seit Jahrhunderten wissen, ist die Großwildjagd auf Adjektive die wichtigste Aufgabe von Journalisten (nach der noch wichtigeren Jagd auf Superlative natürlich).

 

  • Man ist nicht einfach mehr traurig, man muss ja gleich todtraurig sein.
  • Man ist nicht einfach leicht angesäuert, man muss ja gleich stinksauer sein.
  • Glücklich zu sein reicht auch nicht mehr, man ist selbstverständlich überglücklich.
  • Stille entspannt erst richtig, wenn sie totenstill ist.
  • Und als Idiot geht man noch viel zu klug durchs Leben, erst als Vollidiot erzielt man volle Aufmerksamkeit…
  • to be continued

Zu viele Worte, zu viele Komposita machen Texte nicht nur „schwer“, sie machen sie auch schwer erträglich, weil sie immer noch eines draufsetzen wollen. „Small is beautiful“ – meistens reicht das Ausgangswort aus.

Lassen sie einfach mal was weg. Haben Sie Mut zur Durchschnittlichkeit, zum Normalmaß, und Ihre Sprache wird ruhiger. Und wie wir ja wissen: In der Ruhe liegt die Kraft.

Redaktionen sind wie Türsteher

Die Kollegen vom Pressesprecher-Magazin haben hier sehr schön zusammengefasst, welche fünf PR-No-Goes Redakteure wirklich nerven.

Ich möchte diese fünf Punkte in meinen eigenen Worten nochmal rekapitulieren:

  1. Ein Unternehmen möchte ja, dass Journalistinnen und Journalisten den vom Unternehmen selbst bereitgestellten Content weidlich nutzen – das ist ja der Sinn einer „Pressearbeit“. Also müssen die bereitgestellten Inhalte wie Texte, Dokumente, Fotos und Grafiken (diese vor allem!!) auch jeder Journalistin und jedem Journalisten „barrierefrei“ zugänglich sein. Daher die eiserne Regel: Keine Registrierung! Klar möchte das Unternehmen damit die Kontaktdaten des Journalisten für den eigenen Verteiler abgreifen und es bei der Suche nach veröffentlichten Berichten für die folgende Medienresonanzanalyse oder den Pressespiegel einfacher haben. Aber: Im Zweifel geht dieses Ansinnen nach hinten los, und die Journalisten nutzen aus Frust oder Ungeduld unseren schönen, extra vermeintlich zielgruppengerecht aufbereiteten Content gar nicht. Ein klassisches Eigentor.
  2. Vergessen Sie schön und exklusiv gestaltete Pressemeldungen, nein: Pressemeldungskunstwerke, in eigener Hausschrift und mit aufwändigen Logos sowie zu allem Überfluss noch als PDF-Datei mit Zeilensprung verschickt. Das sieht zwar im eigenen Pressespiegel klasse aus, ist aber für die tägliche Redaktionsarbeit oft untauglich. Redaktionen möchten keine Pressemeldungskunstwerke, sie möchten Inhalte. Texte, die man leicht weiterverarbeiten kann (ja, Copy & Paste ist ein akzeptiertes Verfahren!) und Dokumente wie Bilder oder Grafiken separat in hoher Auflösung. Bitte: Bauen Sie diese Dokumente nicht in Word-Dateien ein, und nutzen Sie bitte, bitte, bitte kein Fancy-DTP-Programm wie QuarkXPress oder Adobe InDesign, um die Kunstwerke zu layouten. Eine E-Mail in PlainText mit Attachments oder, besser noch: Links zu den Dokumenten ist weitaus praktikabler. Und was praktikabel ist, wird auch verwendet… (Und wenn Sie mir nicht glauben, dann glauben Sie bitte der FAZ).
  3. Nachfassen ist verboten! Das sieht zwar die gesamte versammelte PR-Clique anders, weil es viele gute Argumente für ein Nachfass-Telefonat gibt. Aber Redaktionen hassen es, fertig. Stefan Bruns und Mathias Wolff vom Pressesprecher-Magazin formulieren dies so drastisch, dass Widerspruch beinahe zwecklos erscheint:

    Bei allen Redakteuren, die wir kennen, stößt dieses Nachfassen jedoch auf blanken Hass. Ungefähr so, als wenn man sie begrapschen würde.

    Redaktionen haben keine Pflicht zur Veröffentlichung und sind Pressestellen keine Rechenschaft schuldig. Nachfass-Aktionen fühlen sich für Journalistinnen und Journalisten aber an, als müssten sie diese Rechenschaft ablegen: „Wann erscheint mein Text?“ „Warum erscheint er nicht genau so, wie wir ihn mit allen fünfzig Abteilungsleitern in jahrelanger Kleinarbeit mühselig abgestimmt haben?“ „Warum ignorieren Sie unsere großartige Produktpräsentation, für die wir so dringend auf Presseberichterstattung angewiesen sind, weil das Produkt selbst – nun ja – nicht so richtig aus sich selbst heraus überzeugt?“

  4. Bruns und Wolff bringen es so schön auf den Punkt:

    Eine Pressemitteilung ist ein Informationsangebot zur freien Verfügung. Die Redaktion kann damit praktisch machen, was sie will – sie ignorieren, kürzen, eine Rosine herauspicken, Passagen davon in einem ganz anderen Artikel verwursten und, und, und. Das ist eben Teil der Pressefreiheit.

    So und nicht anders ist es. Es ist ein Informationsangebot, ein Tipp, ein Hinweis für die Redaktion, dass eventuell etwas Interessantes ansteht, über das es sich vielleicht zu berichten lohnen könnte. Mehr nicht. „Kalt vorgeschriebene Pressemitteilungen“ etwa, die in hellseherischer Weise schon vor dem eigentlichen Termin wissen, wie er Tage später abgelaufen sein wird, sind reine Hilfen für die Redaktion.
    Eine Sperrfrist halten Bruns und Wolff gar für „albern“ – und in vielen Fällen sind sie das auch. Sperrfristen sind im Zeitalter der Many-2-Many-Kommunikation, des „always on“, der Ära von Twitter und Periscope wirklich ein Relikt aus einer untergegangenen Zeit. Damals, als es nur zwei Fernsehsender und kein Privatradio gab und die Zeitung frühestens am nächsten Morgen erschienen ist, waren Sperrfristen faktisch unnötig, aber ein gentlemen’s agreement unter (wenigen) Kollegen.
    Heute ist veröffentlicht, was rausgeschickt wird, fertig. „Draußen ist draußen“. Ganz albern wird es freilich, wenn Pressemitteilungen mit späterer Sperrfrist bereits vorher auf der eigenen Webseite erscheinen, weil die Veröffentlichung den Versand triggert…

  5. Und zuletzt geht es um Fotos. Die sollen möglichst gut, möglichst groß, möglichst in einem Wald-und-Wiesenformat wie TIFF oder JPEG sein und möglichst einfach heruntergeladen werden können – möglichst auch in ein paar Jahren noch. (Und jetzt streichen Sie bitte alle „möglichst“, dann ist der Text inhaltlich perfekt!). Und authentisch müssen diese Fotos sein: Hochglanzfotos von Hochglanzmodels aus den bekannten Bild-Datenbanken helfen niemanden, und ganz sicher nicht Ihrem Anliegen, eine Veröffentlichung zu bekommen. Denn: Die Datenbanken kennt jeder, und die Bildsprache und Motive auch. Das ist nichts Neues, nichts Exklusives, schon gar nichts Außergewöhnliches. Ihre Botschaft, Ihr Produkt, Ihr Anlass für die Berichterstattung soll aber doch als exklusiv und außergewöhnlich auffallen, oder? Investieren Sie in ein gutes Foto oder besser noch: in eine gute Visualisierung. Alle Medien sind auf gute, besondere, herausgehobene Bildelemente angewiesen (selbst der Rundfunk braucht gute Fotos für seine Website) – das ist die Chance für Ihre Pressearbeit! (An wenigen hundert Euro Honorar für eine sehr gute Fotografie oder eine besonders einprägsame Grafik sollte es ja nicht scheitern, oder?)

Redaktionen sind Partner, die Ihnen „Zugang“ zu ihrem Medium und damit zu den Leserinnen und Lesern geben (das ist selbstredend trivial, darf aber niemals vergessen werden). Journalisten verstehen sich (oder verstanden sich zumindest in der Vergangenheit) als Wächter dieses Zugangs, als „Gatekeeper“. Man könnte auch etwas robuster sagen, sie verstehen sich als Türsteher. Wer rein will, muss sich ihren Regeln fügen, so ist das nunmal. Daher: Stressen Sie die Redaktionen nicht, sondern bieten ihnen interessanten, exklusiven, neuartigen und attraktiven Content an; dann könnte es ein erfolgreicher Abend werden…

„Die Fehleranalyse zur Pressemitteilung“ von Dominik Ruisinger

Der Blogger Dominik Ruisinger erhält unaufgefordert jede Menge Pressemitteilungen, mit denen er nichts anfangen kann. Statt sie nun in den Spam-Ordner zu verschieben oder sie gleich ganz zu löschen, nutzt er sie als Anschauungsobjekt. Und als „schlechtes Beispiel“. Er seziert eine Pressemitteilungs-E-Mail und erläutert dabei, wie „man“ es besser macht.
Wer also lernen will, wie man heutzutage gute, sinnvolle, zielgruppenorientierte und tatsächlich abdruckfähige Pressearbeit macht: Hier mal reingucken!

 

So macht man Nachrichtenfilme

Habt Ihr euch auch schon immer gefragt, warum – vor allem in der tagesschau – jedesmal Experten oder Politiker völlig stocksteif und sich sichtlich zwingend, nicht in die Kamera zu gucken, einen Gang entlang laufen oder ein Buch aus einem Regal nehmen? Und warum immer ein Betroffener ein Schriftstück durchliest, auf dem man als Zuschauer nix erkennen kann, und dazu wahllos Leute befragt werden, die auch nicht so recht wissen, um was es eigentlich geht…?

Martin Giesler vom ZDF hat einen Abschlussfilm für sein Volontariat gemacht. Und zwar darüber, wie man Nachrichtenfilme macht. Genial! Kein Klischee ausgelassen – so macht man satirische Filme!

 

Update 14. November 2014: Auch ZAPP vom NDR hat’s kapiert…

„Nur Text“ ist das Format der Wahl

Dr. Michael Spehr, Redakteur bei der F.A.Z., stellt eben in einem Google+-Posting klar, was die FAZ-Redaktion mit eingehenden E-Mails macht: Sie lässt sie automatisch in „Nur Text“ umwandeln – Grafiken, Logos, Tracking-Codes fliegen dabei raus. Das ist zwar schade für die schön gestalteten Newsletter und noch blöder für aufwändige, 20-seitige PDF-Dateien. Aber, hey: Im Redaktionsalltag ist „Nur Text“ das einzig sinnvolle Format. Glaubt nicht mir, glaubt der F.A.Z.! 🙂

Vielleicht sollte man gewissen PR-Agenturen mal erklären, dass wir in der Redaktion die Eingangspost nach „Nur Text“ umwandeln. Dann würden sie auch diesen bedenklichen Murks mit dem eingebetteten Tracking-Code lassen, der erfassen soll, ob man den PR-Spam gelesen oder, wie 99,9 Prozent der Zusendungen, ungelesen gelöscht hat.

Mehr dazu, wie eine Pressemappe aussehen sollte, gibt’s unter dem Punkt „Pressekonferenz“.