Heizungen für Norwegen

Den Blick einmal umdrehen, sich auf seine eigenen Stärken besinnen, obwohl alle Welt denkt, man sei schwach. Kein passives, hilfloses, larmoyantes Opfer sein, obwohl das alle Welt erwartet, sondern selbstbewusst und aktiv die Dinge selbst in die Hand nehmen und der Welt die Stirn bieten: „Radi-Aid“. „Now the tables have turned – now it’s Africa for Norway!“ Eine brillante Umkehrung des „USA für Africa“-Prinzips, das zeigt: Wir sind ein selbstbewusster Kontinent mit selbstbewussten, lebensbejahenden, fröhlichen Weiterlesen…

Trojanische Pferde in Wunsiedel

Gegen den Strich denken – das ist meist ein Erfolgsrezept für eine gute PR-Aktion. Typische Reflexe einmal zu unterlaufen, das Unerwartete tun, Dinge einmal ganz neu zu betrachten: Dazu braucht es Mut, dazu braucht es Kreativität, dazu braucht es auch ein gerüttelt Maß an Unerschrockenheit. Kommt das zusammen, können wunderbare Aktionen entstehen wie etwa das großartige „Rechts gegen Rechts“ der Aussteigerorganisation Exit im fränkischen Wunsiedel. Exit hat sich nämlich mit Neonazis angelegt; aber nicht, wie Weiterlesen…

Hyperventilierende Superlative

Superlative, also die Steigerung der Steigerung, sind in seriösem Journalismus verboten. Das Größte, Schönste, Tollste ist nur dann auch wirklich das Schöne, Wahre, Gute, wenn es ganz alleine oben an der Spitze steht. Wenn es also seinen eigenen Superlativ rechtfertigt. Warum keine Superlative? Seriöse Texte in seriösen Zeitungen sind natürlicherweise keine Fundgruben atemberaubender Übertreibungen und wirken daher auf den ersten Blick ein wenig dröge. Dass die Bild-Zeitung in nicht nur dieser Frage einen etwas mutigeren Weiterlesen…

Redaktionen sind wie Türsteher

Die Kollegen vom Pressesprecher-Magazin haben hier sehr schön zusammengefasst, welche fünf PR-No-Goes Redakteure wirklich nerven. Ich möchte diese fünf Punkte in meinen eigenen Worten nochmal rekapitulieren: Ein Unternehmen möchte ja, dass Journalistinnen und Journalisten den vom Unternehmen selbst bereitgestellten Content weidlich nutzen – das ist ja der Sinn einer „Pressearbeit“. Also müssen die bereitgestellten Inhalte wie Texte, Dokumente, Fotos und Grafiken (diese vor allem!!) auch jeder Journalistin und jedem Journalisten „barrierefrei“ zugänglich sein. Daher die Weiterlesen…

PR ist nur beim anderen schlecht

Journalismus heißt, etwas zu drucken, von dem jemand will, dass es nicht gedruckt wird. Alles andere ist Public Relations — Dick Polman, Philadelphia Inquirer Der Satz stimmt aus meiner Sicht weitgehend und zeigt sehr schön auf, was Journalismus von Public Relations unterscheidet. Allerdings malt er ein sehr heroisches Bild von einem völlig unabhängig-autarken, kritisch bis todesmutigen Revelationsjournalismus. Einer manischen Enthüllungssucht, die vor Langeweile gähnt, wenn alltägliche Mitteilungen über das alltäglich zu Berichtende auf ihren Schreibtisch Weiterlesen…

Fund Raising: 1188 Takte

Man kann ein Benefizkonzert veranstalten und Karten für den guten Zweck verkaufen – oder man kann den Kartenerwerb selbst als Geschichte zelebrieren. So wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen NCT in Heidelberg. Es verkauft keine „Plätze“, sondern Takte. 1188 Stück davon hat das „Concert of Sacred Music“ des großen Jazz-Komponisten und Bandleaders Duke Ellington – und jeder einzelne muss eine Käuferin oder einen Käufer finden – nur die Takte, die verkauft werden, werden auch gespielt. Diese Idee Weiterlesen…

Universitätsklinikum Heidelberg: Mitarbeiter-Recruiting

Wie man mit (fast) keinem Budget, aber einer guten Idee, motivierten Mitmachern und ein wenig professionellem Mitarbeiter-Know-how einen Imagefilm „in house“ drehen kann, beweist mein derzeitiger Arbeitgeber. Die Idee zu diesem Imagefilm kam von den Pflegekräften, die selber mitmachen. Mein Kollege Jörg Rodrian, von Beruf Fotograf und medizinischer Dokumentarfilmer, dreht seit über zehn Jahren professionelle Lehrfilme aus den OPs der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Eine Kamera und eine relativ günstige Schnittsoftware waren also vorhanden, sein fotografisches Weiterlesen…

Mittelhessen: Ein romantisch-poetischer Imagefilm

Diese Idee ist ganz besonders, weil der amtierende Deutsche Meister im Poetry Slam Lars Ruppel ein Liebesgedicht über die Lahn-Landschaft zwischen Biedenkopf und Limburg gedichtet hat, das eine Agentur aus Linden mit schönen Bildern aus Hochschullabors und Künstlerateliers, von Hochhausdächern und Kanubänken, vor Stadttheatern und Trutzburgen unterlegt. Schöne Idee, diese Mischung aus großartig klingenden Worten und großartigen Shots.

Raus mit der Sprache!

Zwanzig Jahre Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit – Zwanzig Jahre Kampf mit den Tücken der Grammatik, nichtssagenden Wortgirlanden, unverständlichen Fachtermini, umständlichen AllesmussineinenSatzreingepresstwerden-Formulierungen. Ich habe also viel erlebt…Gerne gebe ich weiter, was ich weiß, in VHS- und Hochschulkursen, freien Trainings und internen Kommunikationsweiterbildungen. Und natürlich für alle hier: auf diesem Blog. Die nächsten Möglichkeiten, mich auszufragen, finden Sie im Kalender unten. Wenn Sie mich kontaktieren möchten, reicht eine simple Mail an harald.ille@googlemail.com. Viel Spaß in der gar schönen, Weiterlesen…

Handfestes statt FAZ-Feuilleton

ZDF-Anchorman Claus Kleber rät jungen Journalisten, a) lieber was „Handfestes“ zu studieren als die schnöden Künste (und nennt dann ausgerechnet BWL und VWL…) und b) lieber im Lokalen richtig was lernen als in der Feuilletonredaktion der FAZ Kaffee zu kochen. Das sehe ich zu 90 Prozent genauso. Nur das mit dem BWL will mir nicht so richtig in den Kopf…