Bericht

Der Bericht ist länger als eine Meldung, im Aufbau aber identisch. Er enthält Nachrichtliches, das über die reinen Fakten hinaus geht: Details, Hintergründe und Zitate handelnder Personen, Einschätzungen von Experten. Im Unterschied zur Nachricht erhellt der Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte des Ereignisses. Im Fernsehen gibt es den „Bilderbericht“, bei dem Berichterstatter einen Text zu den eingeblendeten Aufnahmen sprechen. Ist ein Journalist auch Korrespondent, ist er als Augenzeuge zugleich Quelle der Information: Seine persönliche Ansicht muss deutlich zu erkennen sein.

Reportage

Die Reportage taucht in ein Geschehen ein und präsentiert es informativ und unterhaltsam. Dazu müssen die Reporter unbedingt an den Ort des Geschehens. Die Reportage lebt vom Wechsel des Blickwinkels, lebt von den Aussagen und Beschreibungen der Personen, lebt von der Handlung. Die Reportage ergänzt Nachricht und Bericht, kann diese aber nicht ersetzen. Die Reportage kann nur das Wichtigste auswählen und nur einen Teil der Wirklichkeit schlaglichtartig ausleuchten. Sie gibt nur das wider, was der Reporter vor Ort selbst erfahren hat, darf subjektive Impressionen enthalten und ist nicht nach Wichtigkeit aufgebaut, sondern folgt einer Dramaturgie. Sie soll das Publikum das Weiterlesen…

Feature

tiefschürfender als die Reportage, beleuchtet auch Hintergründe, stellt das Thema in einen größeren Zusammenhang. Ist meist nicht allzu tagesaktuell und bleibt daher länger relevant. Als Feature (von engl. Gesichtszug, typische Eigenschaft) werden mit Musik und Geräuschen aufgelockerte Radiosendungen bezeichnet, die sich durch ihre Kreativität von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschieden. Feature sind umfangreiche und illustrierende Analysen eines nicht unbedingt aktuellen Themas und nutzt viele Stilmittel – Interviews, Zitate, Statistiken, grundsätzliche Reflexionen. Charakteristisch ist dabei „der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung“ (La Roche S.139).

Interview

Das wichtigste Werkzeug für die Recherche. Was im Interview erfragt wurde, kann in Nachricht oder Feature verwendet werden. Es kann aber auch eine eigene Darstellungsform sein, die wegen ihrer (vermeintlichen) Authentizität und „Nähe“ sehr attraktiv ist. Es gibt drei Arten des Interviews: Das Interview zur Sache, das Fakten vermittelt, das Meinungsinterview, das eine Person nach ihrem Urteil befragt, und das Interview zur Person, das diese durch ihre Antworten porträtiert. Allein das Live-Interview in Hörfunk und Fernsehen ist wirklich authentisch. Beim gedruckten Interview wird eine Menge geändert, gekürzt, umgestellt. Daher wird die Endfassung in aller Regel vom Interviewpartner „autorisiert“.

Dokumentation

Die umfangreichste Form, weil sie ein Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet. Sie nutzt Interviews, Archivmaterial, Originalaufnahmen. Man unterscheidet „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen, „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten, und „zeitgeschichtliche Dokumentationen“ mit Zeitzeugen.

Leitartikel

Der Leitartikel befasst sich mit den „großen Linien“, mit Entwicklungen und Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wieder, sondern die Meinung der Mehrheit der Redaktion.

Kommentar

Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem Sachverhalt, über den auch berichtet wird. Ein Kommentar benötigt zwingend einen sachlichen Bericht, auf den er sich beziehen kann. Der Kommentare möchte zum Nachdenken anregen, Handeln und Verhalten beeinflussen. Zwei verschiedene Arten gibt es: den abwägenden und den meinungsbezogenen. Im abwägenden Kommentar vergleicht der Autor verschiedene Argumente für und wider den Sachverhalt, ohne sich auf eine Position festzulegen. Ein meinungsbetonter Kommentar enthält drei bis fünf Argumente des Autors, mit denen die eigene Meinung begründet wird.

Rezension

Hier werden neue Bücher, Opern oder Theaterstücke, Filme oder CDs ausführlich besprochen. Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche und treffende Informationen über den Inhalt. Außerdem sollte das einzelne „Stück“ in das Gesamtwerk und das Genre eingeordnet und fair beurteilt werden.

Glosse

eine Spielart des Kommentars. Sie setzt literarisches Talent und Witz voraus, sie ironisiert, verspottet, tadelt oder entlarvt. Glosse ist ein Sammelbegriff für besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. Es können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Autoren von Glossen dürfen sich nur hier auch ungewöhnlicher Wörter und des Dialekts bedienen, sie dürfen schimpfen und zürnen.

Kolumne

Ein Meinungsartikel eines einzelnen, oft sehr bekannten Publizisten. Die Zeitungen und Zeitschriften machen meist durch einen Hinweis deutlich, dass sie sich mit dem Inhalt der Kolumne nicht identifizieren, sondern dem Autor gleichsam nur den Raum für seine Veröffentlichung zur Verfügung stellen.