Feature

tiefschürfender als die Reportage, beleuchtet auch Hintergründe, stellt das Thema in einen größeren Zusammenhang. Ist meist nicht allzu tagesaktuell und bleibt daher länger relevant. Als Feature (von engl. Gesichtszug, typische Eigenschaft) werden mit Musik und Geräuschen aufgelockerte Radiosendungen bezeichnet, die sich durch ihre Kreativität von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschieden. Feature sind umfangreiche und illustrierende Analysen eines nicht unbedingt aktuellen Themas und nutzt viele Stilmittel – Interviews, Zitate, Statistiken, grundsätzliche Reflexionen. Charakteristisch ist dabei „der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung“ (La Roche S.139).

Interview

Das wichtigste Werkzeug für die Recherche. Was im Interview erfragt wurde, kann in Nachricht oder Feature verwendet werden. Es kann aber auch eine eigene Darstellungsform sein, die wegen ihrer (vermeintlichen) Authentizität und „Nähe“ sehr attraktiv ist. Es gibt drei Arten des Interviews: Das Interview zur Sache, das Fakten vermittelt, das Meinungsinterview, das eine Person nach ihrem Urteil befragt, und das Interview zur Person, das diese durch ihre Antworten porträtiert. Allein das Live-Interview in Hörfunk und Fernsehen ist wirklich authentisch. Beim gedruckten Interview wird eine Menge geändert, gekürzt, umgestellt. Daher wird die Endfassung in aller Regel vom Interviewpartner „autorisiert“.

Dokumentation

Die umfangreichste Form, weil sie ein Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet. Sie nutzt Interviews, Archivmaterial, Originalaufnahmen. Man unterscheidet „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen, „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten, und „zeitgeschichtliche Dokumentationen“ mit Zeitzeugen.

Leitartikel

Der Leitartikel befasst sich mit den „großen Linien“, mit Entwicklungen und Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wieder, sondern die Meinung der Mehrheit der Redaktion.

Kommentar

Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem Sachverhalt, über den auch berichtet wird. Ein Kommentar benötigt zwingend einen sachlichen Bericht, auf den er sich beziehen kann. Der Kommentare möchte zum Nachdenken anregen, Handeln und Verhalten beeinflussen. Zwei verschiedene Arten gibt es: den abwägenden und den meinungsbezogenen. Im abwägenden Kommentar vergleicht der Autor verschiedene Argumente für und wider den Sachverhalt, ohne sich auf eine Position festzulegen. Ein meinungsbetonter Kommentar enthält drei bis fünf Argumente des Autors, mit denen die eigene Meinung begründet wird.

Rezension

Hier werden neue Bücher, Opern oder Theaterstücke, Filme oder CDs ausführlich besprochen. Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche und treffende Informationen über den Inhalt. Außerdem sollte das einzelne „Stück“ in das Gesamtwerk und das Genre eingeordnet und fair beurteilt werden.

Glosse

eine Spielart des Kommentars. Sie setzt literarisches Talent und Witz voraus, sie ironisiert, verspottet, tadelt oder entlarvt. Glosse ist ein Sammelbegriff für besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. Es können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Autoren von Glossen dürfen sich nur hier auch ungewöhnlicher Wörter und des Dialekts bedienen, sie dürfen schimpfen und zürnen.

Kolumne

Ein Meinungsartikel eines einzelnen, oft sehr bekannten Publizisten. Die Zeitungen und Zeitschriften machen meist durch einen Hinweis deutlich, dass sie sich mit dem Inhalt der Kolumne nicht identifizieren, sondern dem Autor gleichsam nur den Raum für seine Veröffentlichung zur Verfügung stellen.

Die eigene Zeitschrift

Eine eigene Zeitschrift ist eine gute Visitenkarte. Sie ist ein Werbemittel der Organisation nach außen und fördert die Identifikation der Mitarbeiter und Mitglieder nach innen. Redaktion Man benötigt zwingend ein Publikationskonzept und eine qualifizierte „Redaktion“. Folgende Fragen muss man vorab klären: Welche Ziele verfolgen wir mit einer Publikation? Welche Inhalte haben wir dafür? Welche Leserinnen und Leser (Zielgruppen) können/möchten wir damit erreichen? Ziel einer Publikation kann etwa Werbung für die eigene Organisation sein. Folglich sollten Inhalte, Layout und die „Ansprache“ der Leser bunt, fröhlich, bildlastig und „menschelnd“ sein. Möchte man eher Fachthemen behandeln, liegt der Schwerpunkt auf dem Text und Weiterlesen…

Redaktionsplan

Eine gute Publikation folgt einem inneren Rhythmus, einer „Dramaturgie“. Die einfachste ist die Ressortabfolge der Zeitungen und Zeitschriften von der Politik, Ausland und Inland, zu Wirtschaft, Kultur, Lokalem und Sport. Solche „Ressorts“ sollte man auch für eine Kunden- oder Vereinszeitschrift finden, etwa: Wir über uns, Wichtiges in diesem Jahr, Wünsche und Grüße… Meist beginnt eine Publikation mit einem „Editorial“, dem Vorwort der Herausgeber. Darin kann man das Thema der Publikation und eventuelle Hintergründe erläutern und auf einzelne Berichte im Heft hinweisen. Das Top-Thema kommt meist nicht sofort, sondern wird mit kleineren aktuellen Meldungen „vorbereitet“. Zum großen Aufmacherthema sollte man auch Weiterlesen…