„Wir brauchen nicht mehr Fotos, wir brauchen bessere Fotos“: Solche Sätze sagen Chefredakteure und Zeitungsdesigner gerne. Und es stimmt: Oft reicht ein einziges gutes Foto, um eine ganze Geschichte zu illustrieren. Zufällige Schnappschüsse sind in aller Regel keine guten Fotos.

Publikationen des 21. Jahrhunderts leben von visuellen Elementen. In der Vergangenheit wurde und bei wenig modernen Redaktionen heute noch wird Fotos kein großer Stellenwert eingeräumt, weil es ja „auf den Text“ ankomme. Entsprechend stiefmütterlich wurden und werden Fotografen bezahlt und Fotos inszeniert. Daher: Gute Fotografinnen und Fotografen mit einem Händchen für Inszenierungen „einkaufen“ – gute Fotos zahlen sich aus.

Bildrechte

Das Recht am eigenen Bild ist ein wichtiges und teures Recht. Fotos von Personen dürfen nur dann veröffentlicht werden, wenn die Personen – bei Kindern die Erziehungsberechtigten – einverstanden sind.

Ausnahmen sind Fotos von „öffentlichen“ Personen wie Politiker oder „Stars“ und wenn sich jemand in einer Gruppe befindet. Allerdings ist die Zahl „7“, die durch die PR-Handbücher gistert, rechtlich nicht bindend. Das heißt, auch Gruppen mit mehr als sieben Personen dürfen nicht ohne deren Einverständnis fotografiert werden.

Gruppenfotos

Schlechte Zeitungen lieben Gruppenfotos. Jeder Leser soll sich einmal im Jahr in der Zeitung sehen können, so die (dürftige) Erklärung dafür. Es gibt aber nichts langweiligeres als Gruppenfotos – wenn es nicht zwingend sein muss, bitte darauf verzichten.

Lieber „Actionfotos“, auf denen etwas passiert. Alte Regel: Kein Foto ohne Menschen. Fotos von wissenschaftlichen Versuchsanordnungen sind besser, wenn eine Laborantin mit Schutzbrille und weißem Laborkittel den Versuch „begutachtet“. Architekturfotos beginnen zu leben, wenn zufällig Passanten mit im Bild sind.


Harald Ille

Digital Enthusiast. Wordpress-Enthusiast. Und PR-Enthusiast. Aus Heidelberg.