PR-Enthusiast Harald Ille

Überzeugen, nicht überreden

Kategorie: Glossar

Meldung

Ein kurzer Hinweis auf ein Ereignis ohne Wertung und ohne Kommentar, tatsachenbezogen und objektiv. Meldungen „melden“ etwas Geschehenes oder weisen auf ein Ereignis in der Zukunft hin. Meldung und Nachricht bringen die Antwort auf die sieben journalistischen W-Fragen (Wer, was, wann, wo, wie, warum und woher/welche Quelle).

Nachricht

Die Nachricht teilt neue Fakten mit, und zwar beginnend mit dem Wichtigsten. “When a dog bites a man, that’s not news, but when a man bites a dog, that’s news” – will heißen: Nur ein ungewöhnliches Ereignis ist eine Nachricht. Es gibt “hard news” über fogenschwere aktuelle Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Natur. Und es gibt “soft news” mit Unterhaltungswert, die weder von allgemeinem Interesse noch folgenschwer sind: Kurioses und Klatsch aus aller Welt. Der Einleitungssatz (auch Lead genannt) sollte möglichst viele der “sieben W-Fragen”, beantworten: Wer hat wann, was, wo, wie, warum getan (bzw. wem ist was … widerfahren) und aus welcher Quelle stammt diese Information. Die Zeitungsnachricht ist nicht mehr als 20 Zeilen lang, im Rundfunk kaum länger als eine Minute.

Bericht

Der Bericht ist länger als eine Meldung, im Aufbau aber identisch. Er enthält Nachrichtliches, das über die reinen Fakten hinaus geht: Details, Hintergründe und Zitate handelnder Personen, Einschätzungen von Experten. Im Unterschied zur Nachricht erhellt der Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte des Ereignisses. Im Fernsehen gibt es den „Bilderbericht“, bei dem Berichterstatter einen Text zu den eingeblendeten Aufnahmen sprechen. Ist ein Journalist auch Korrespondent, ist er als Augenzeuge zugleich Quelle der Information: Seine persönliche Ansicht muss deutlich zu erkennen sein.

Reportage

Die Reportage taucht in ein Geschehen ein und präsentiert es informativ und unterhaltsam. Dazu müssen die Reporter unbedingt an den Ort des Geschehens. Die Reportage lebt vom Wechsel des Blickwinkels, lebt von den Aussagen und Beschreibungen der Personen, lebt von der Handlung. Die Reportage ergänzt Nachricht und Bericht, kann diese aber nicht ersetzen. Die Reportage kann nur das Wichtigste auswählen und nur einen Teil der Wirklichkeit schlaglichtartig ausleuchten. Sie gibt nur das wider, was der Reporter vor Ort selbst erfahren hat, darf subjektive Impressionen enthalten und ist nicht nach Wichtigkeit aufgebaut, sondern folgt einer Dramaturgie. Sie soll das Publikum das Ereignis mit den Augen des Reporters sehen lassen.

Dokumentation

Die umfangreichste Form, weil sie ein Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet. Sie nutzt Interviews, Archivmaterial, Originalaufnahmen. Man unterscheidet „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und Jahre hinweg darstellen, „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten, und „zeitgeschichtliche Dokumentationen“ mit Zeitzeugen.

Leitartikel

Der Leitartikel befasst sich mit den „großen Linien“, mit Entwicklungen und Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wieder, sondern die Meinung der Mehrheit der Redaktion.

Kommentar

Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem Sachverhalt, über den auch berichtet wird. Ein Kommentar benötigt zwingend einen sachlichen Bericht, auf den er sich beziehen kann. Der Kommentare möchte zum Nachdenken anregen, Handeln und Verhalten beeinflussen. Zwei verschiedene Arten gibt es: den abwägenden und den meinungsbezogenen. Im abwägenden Kommentar vergleicht der Autor verschiedene Argumente für und wider den Sachverhalt, ohne sich auf eine Position festzulegen. Ein meinungsbetonter Kommentar enthält drei bis fünf Argumente des Autors, mit denen die eigene Meinung begründet wird.

Rezension

Hier werden neue Bücher, Opern oder Theaterstücke, Filme oder CDs ausführlich besprochen. Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche und treffende Informationen über den Inhalt. Außerdem sollte das einzelne „Stück“ in das Gesamtwerk und das Genre eingeordnet und fair beurteilt werden.

Glosse

eine Spielart des Kommentars. Sie setzt literarisches Talent und Witz voraus, sie ironisiert, verspottet, tadelt oder entlarvt. Glosse ist ein Sammelbegriff für besonders kurze Meinungsartikel mit einer sehr spitzen Argumentation. Es können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Autoren von Glossen dürfen sich nur hier auch ungewöhnlicher Wörter und des Dialekts bedienen, sie dürfen schimpfen und zürnen.

Kolumne

Ein Meinungsartikel eines einzelnen, oft sehr bekannten Publizisten. Die Zeitungen und Zeitschriften machen meist durch einen Hinweis deutlich, dass sie sich mit dem Inhalt der Kolumne nicht identifizieren, sondern dem Autor gleichsam nur den Raum für seine Veröffentlichung zur Verfügung stellen.

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