Ich wiederhole mich gerne: In der Prägnanz liegt die Würze. Wenn man sich klarmacht, was manche leere Formulierung, mancher mehrdeutige Begriff wirklich bedeutet, kann man sie besser umschreiben. Der Text wird dann „zupackender“, „bissiger“, weil präzise Begriffe nicht interpretiert werden müssen. Sie sagen unmittelbar, was sie bedeuten. Am einfachsten kann man leere Worthülsen und Wendungen umschreiben:

  • im Rahmen von – meist reicht ein schlichtes bei, in oder während.
  • in der Zeit von – hier reicht ein simples von … bis.
  • aufgrund von – geht eleganter mit wegen.

Das gilt auch für die Wortwahl:

  • Räumlichkeiten etwa ist ein Wortungetüm, das nichts anderes meint als Räume.
  • Statt Sanierungsmaßnahmen reicht Sanierung,
  • statt Eingangsbereich reicht meistens: Tür.
  • Man lacht gerne über Verwaltungsbegriffe wie Großvieheinheit, das bekanntlich schlicht Kuh meint.
  • Auch Personenkraftwagen statt Auto,
  • Lichtzeichenanlage statt Ampel
  • oder – ganz schlimm! – Lichtbildervortrag statt Diaabend.

Je einfacher und “normaler” ein Begriff, desto unprätentiöser, “luftiger” und leserlicher wird der Text.

In Redaktionen kursieren ohnehin „schwarze Listen“ mit Wörtern, Begriffen und Wendungen, die man vermeiden sollte. Jede Redaktion hat eine eigene Liste, weil nicht alles überall gleich verpönt ist. Beispielsweise vermeidet die FAZ Begriffe wie der 15-Jährige (stattdessen: der 15 Jahre alte) oder vor Ort. Vor Ort, so die Erklärung (und zwar nicht nur der FAZ), sei eine falsche „Übersetzung“ aus dem Kohlebergbau, wo es „vor Kohle“ heißt. Besser also: direkt am Ort des Geschehens sagen – auch, wenn der Satz dann dummerweise wieder länger wird.


Harald Ille

Digital Enthusiast. Wordpress-Enthusiast. Und PR-Enthusiast. Aus Heidelberg.